In meiner Tasche: Gemeinsam Lesen

Und weils gerade so viel Spaß macht: Was ich gerade lese

Das ist eine Blogaktion von den Schlunzen von Schlunzenbücher und sie geht schon in die 179. Runde.Die ersten drei Fragen sind immer dieselben:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade Gullivers Reisen und bin auf Seite 43.
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
“In like manner, the disbelief of a divine providence renders a man uncapable of holding any public station.”
 
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass es so lustig ist! Es ist ein Klassiker und das hat bestimmt auch seinen Grund, aber es ist auf sehr vornehmem Englisch geschrieben und wirkt auf den ersten Blick sehr ernst. Sobald man sich aber ein bisschen in der Sprache zurechtfindet und sich auf den Stil einlässt, bemerkt man den unfassbar trockenen Humor. Nur zu empfehlen!
gulliver's travels 3
Die vierte Frage wird jedes Mal neu, aus den Kommentaren zum Post, ausgesucht. Wenn ihr also neugierig seid, was das Leseverhalten eurer Kollegen angeht…
Die vierte Frage lautet dieses Mal:
 
4. Haben Autoren bei dir Star-Charakter?
Wenn sie besonders gut sind bzw. wirklich gut schreiben, dann vielleicht ein kleines bisschen.
Aber eher als eine Vorbildfunktion: Ich bewundere ihr Können, ihre Arbeit und Werke und ich lese sie gerne, weil mich die Qualität überzeugt, weil ich Spaß an ihren Büchern habe. Sie schreiben dann meistens auch in einem Stil, den ich mir gerne selbst aneignen würde. Da kann es passieren, dass ich mich für einen Autor besonders begeistere und ich mir ein idealisiertes Bild von ihnen mache.
Ich versuche trotzdem sie mir als komplexe Menschen mit eigenen Gefühlen, Meinungen und Hoffnungen vorzustellen und Freiräume für Eigenheiten zu lassen, über die man nichts in den Medien liest. Ich hoffe, ihnen so eines Tages begegnen zu können und dann nicht enttäuscht zu sein, weil ich sie in meinen Tagträumen zu Übermenschen und schreibenden Superhelden aufgeblasen habe.
 

Witches walk devious paths.

 

<a href=”http://blog-connect.com/a?id=4-6320513262025174&#8243; target=”_blank”><img src=”http://i.blog-connect.com/images/w/folgen4.png&#8221; border=”0″></a>

Advertisements

Meine TBR-Liste diesen Monat

Dieser Monat hat schon nicht mehr all zu viele Tage, aber bis zum Ende habe ich trotzdem noch ein paar Bücher, die gelesen werden möchten. Deshalb sind sie auf meiner TBR – to be read – Liste. Und ganz oben drauf ist das Buch, das ich auch noch genauer vorstellen werde, weil es sich gerade in meiner Tasche befindet: Gulliver’s Reisen; oder besser gesagt, Gulliver’s travels von Jonathan Swift, weil ich es auf Englisch lese. Als Klassiker- Fan habe ich mich schon lange darauf gefreut, es endlich einmal aus dem Regal zu ziehen und zu lesen.

Aus derselben Klasiker-Liebe liegt auch The great Gatsby (Der große Gatsby) von F. Scott Fitzgerald auf Englisch auf meinem Stapel. Ich muss zugeben, dass ich den neuen Film mit Leonardo Di Caprio und Carry Mulligan gesehen und nicht wirklich gemocht habe. Er hätte mit Sicherheit noch schlechter sein können, aber eben auch deutlich besser. Weil das Buch in den USA und Großbritannien aber so viel Aufmerksamkeit bekommt, vor allem auch in den Schulen, wie hier zu Lande Kafka und Dürrenmatt, bin ich mehr als neugierig. Und ich bin natürlich der Hoffnung, dass sich wieder einmal bestätigt, dass das Buch besser ist als der Film.

Ebenfalls auf meiner Liste befindet sich ein Roman von Yoko Tawada. Sie hat dieses Jahr (2016) den Kleist-Preis gewonnen, der ihr noch verliehen wird. Einige ihrer Werke sind auf Deutsch und Japanisch verfasst, aber ich habe mich an ein ganz deutsches Exemplar gehalten, weil mir leider noch ein paar Japanisch-Kenntnisse fehlen. Ich lese deshalb Das nackte Auge, das eine West-Ost Geschichte aus einer anderen Perspektive darstellt. Ich möchte vor allem sehen, was ihr Schreibstil zu bieten hat und ob ihr Einfallsreichtum aus anderen Sphären schöpft, als der deutscher und englischer Autoren. Vielleicht ist das etwas anmaßend und überheblich, aber es ist ein wenig die Vorfreude, dass ich vielleicht etwas lese, das ich noch nie zuvor gelesen habe, was mich dazu bringt, diesen Roman in die Hand zu nehmen – abgesehen davon, dass sie einen sehr renommierten Preis gewonnen hat und das etwas über ihre schriftstellerische Qualität aussagen könnte.

Das vierte und vorerst letzte Buch auf meiner Liste ist der Roman Das letzte Testament der heiligen Schrift von James Frey. Es wurde mir von einer Freundin empfohlen, die ihm gegenüber aber selbst bereits ein wenig kritisch war. Sie hat es mir trotzdem ausgeliehen und ich bin sehr gespannt auf die Ideologie, die wohl einige große und wichtige Fragen der Philosophie und Religion zu erklären versucht. Wer schon einmal von James Frey gehört hat weiß, dass er durchaus umstritten und nicht auf den Mund gefallen ist. Dafür muss aber auch nur er selbst mit dem Endergebnis zufrieden sein. Vielleicht gehe ich deswegen selbst ein klein wenig kritisch an diese Lektüre heran. Aber, um ehrlich zu sein, das kann bei James Frey mit Sicherheit nicht schaden.

Das ist meine TBR-Liste für den Rest des Augusts. Viel Spaß beim Lesen und Recherchieren! Und Rezensionen folgen dann auf jedenFall, sobald ich sie alle durch habe.

CIMG5510CIMG5513


Witches walk devious paths.

Welche Genres ich rezensiere

Ich rezensiere fast alles, aber ich habe doch ein paar Präferenzen. Ich werde aber auch sehr geren überrascht und bin nicht festgefahren. Und im Zweifelsfall einfach anfragen!

Abgesehen davon lese ich auf Deutsch, Englisch und Französisch.

Ich habe viel mit Kindern zu tun und lektoriere selber Kinderbücher. Deshalb – und vor allem, weil ich einen Anspruch an sinnvolle Literatur für unsere Erwachsenen der Zukunft habe – rezensiere ich Kinderbücher. Neben sinnvoll, soll diese Lietartur natürlich auch unterhalten, ein bisschen Anspruch haben und schön aussehen. Das sind auch meine Hauptkriterien, wenn es um Kinderbüchern geht. Der Lernfaktor ist ein Bonus.

Sci Fi! Ich liebe Science Fiction, auch die etwas gewagte und sehr spezifische. Ich arbeite mich gerne in Themen ein, wenn es um die biologischen Möglichkeiten, physikalischen Wahrscheinlichkeiten und wissenschaftlichen Phänomene besonderer Art geht. Plansprachen sind mein absolutes Wunschkind und quantenphysische Spekulationen versetzen mich in Thriller Stimmung. Aber man sei gewarnt, zu unerklärbar abwegig darf es nicht werden. Eine Prise Nachvollziehbarkeit, Erfindungsreichtum und fantastische Überzeugungskraft sind die besten Zutaten – wenn ich sie in Maßen genießen darf.

Zu meinen Guilty-Pleasures gehören Biografien. Da darf es auch mal ein Politiker sein. Am aller liebsten lese ich über die Abenteuer des ganz alltäglichen Lebens, oder wie der Alltag ganz unerwartete davongerannt ist und man sich nun wieder auf die Suche nach ihm machen muss. Es kann aber auch schon aufregend genug sein, wenn einfach noch einmal etwas neues angefangen wird und man das Lernen freiwillig und manchmal unfreiwillig wieder zu einem Teil seines Lebens macht.

Von meiner Mama kommt eine kleine Leidenschaft für historische Romane. Ob sie eine fiktionale Geschichte in der Realität meiner Vorfahren ist, oder einen biografischen Zug haben ist mir herzlich egal, nur her damit.

Man soll ja immer vorsichtig sein, mit den Dingen die man sich so wünscht, aber bei manchen Büchern kann man Ausnahmen machen. Dazu gehört High Fantasy. Das ist das Genre, das ich von ganzem Herzen liebe und lebe. Ein großes Kriterium ist dabei immer die Komplexität des Erzählten. Ganz neue Welten zu erschaffen braucht einiges an Platz. Das besondere an diesem Genre ist der Balanceakt zwischen einem zu Viel und zu Wenig an Hintergrundinformation. Wenn auf diesem Grad erfolgreich gelaufen wird und die Erklärungen gut in die Geschichte eingeflochten wurden, dann habe ich schnell nicht mehr viel zu meckern.

Da meine Mama schon dran war, aber nicht die einzige, die in unserem Haus großzügig mit Literatur umgegangen ist, darf mein Papa an die Reihe. Ich habe schon immer sehr gerne Comics und graphic novels (auch ohne Text!) gelesen und angeschaut. Der Aufwand und das besondere Flair von gedruckten Bildern, die alle nacheinander und miteinander Geschichten erzählen, sind ein unvergleichliches, aber immer schon schwieriges Genre.

Aber von meinem Papa kommen auch die Klassiker, die ich heute vor allem in Neuauflagen meinen Freunden unter die Nase halte. Erstens, weil sie meistens wunderschön gebunden sind und zweitens die Zeitlosigkeit der Geschichten und Erzählungen sie erst zu Klassiekern gemacht hat. Man wird Kafka auch in fünfzig Jahren noch lesen und die Aktualität seiner Aufzeichnungen diskutieren, da bin ich mir sicher.

Nach hoher- nun auch die ganz normale Fantasy. Hier wird Erfindungsreichtum groß geschrieben, denn es muss oft mit bereits etablierten Gestalten und Umständen innovativ umgegangen werden oder man muss sich seine Wesen und Welten selbst erfinden.

Aus Erfahrungen aus Verlagen weiß ich, dass Queere Literatur oft sehr sehr gute Literatur ist, aber nur sehr wenig Repräsentation erfährt und ich bin sehr gerne bereit das zu ändern und  zu helfen, ihnen ein größeres Publikum zukommen zu lassen.

Und es dürfen auf keinen Fall Romane, Jugendbücher, Gedichte und andere, besondere kleine Sachen und Genres vergessen werden.

Doch wie ganz zu Beginn schon gesagt, ich lese fast alles und freue mich auch immer, wenn ich etwas neues entdecke.


Witches walk devious paths.

Der geheime Garten-Rezension

der geheime garten

Englische Version aus der Reihe der Collins Classics-The Secret Garden

von Frances Hodgson Burnett

Das Buch das ich unbedingt als erstes rezensieren möchte, ist Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett. Das Buch liegt mir sehr am Herzen und noch viel mehr, seit ich es vor kurzem wieder entdeckt habe und es mir sehr viel Spaß gemacht hat es zu lesen.

Ich stoße nicht oft auf Bücher, die einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, aber von Zeit zu Zeit stolpere ich über einen kleinen Schatz. Ich gebe zu, es sind oft Kinderbücher, aber nicht immer. Viele von ihnen habe ich auch schon einmal zuvor gelesen, oder in einer anderen Form, zum Beispiel als Hörspiel oder als Film genossen. Aber es ist immer Raum für neue, besonders gute Bücher.

Ich glaube mich zu erinnern, dass ich den geheimen Garten als Kind schon einmal als Film gesehen habe. Ich weiß auch, dass ich das Buch auf deutsch von Freunden ausgeliehen hatte und nie zum Lesen kam. Also habe ich es mir gekauft, als ich 2012 nach dem Abi mit einer Freundin nach Dublin geflogen bin. Und vor einer Woche habe ich es dann auch gelesen – auf Englisch.

Mary Lennox hat ihr Leben lang in Indien gelebt und wurde dort von der Dienerschaft ihrer Eltern versorgt. Nachdem beinahe alle, einschließlich ihrer Eltern von der Cholera hinweggerafft wurden, wird sie nach England zu ihrem Onkel gebracht, der in einem sehr großen und sehr einsamen Haus lebt. Ihre unangenehme Art stößt in der neuen Umgebung erstmals auf Widerstand und sie sieht sich gezwungen andere Wege einzuschlagen, um mit den Bediensteten umzugehen. Die Freundschaft zu Dickon, dem kleinen Bruder einer Angestellten, lässt sie die Welt noch einmal neu entdecken und zum ersten Mal die Luft der Kindheit schnuppern. Doch es verändert sich alles, was sie bis dorthin zu wissen glaubt, als ein Rotkehlchen ihr das Versteck eines Schlüssels offenbart und die Erzählungen des Gärtners Ben Weatherstaff in ihren Händen zum Leben erwachen.

Das Buch fängt ein kleines Bisschen träge an, kommt aber schnell in Fahrt. Es ist, trotz des etwas schwierigen Anfangs zu keinem Zeitpunkt langweilig. Das Tempo der aufeinanderfolgenden Geschehen ist gut aufeinander abgestimmt und lässt einen, ohne Hektik, zügig durch die Erzählung schreiten. Die Erzählung selbst ist kurios und macht sehr neugierig. Wenn man noch nicht weiß, wie es ausgeht, kann man es sich zwar schon recht bald denken, möchte es aber unbedingt selbst lesen und die Entwicklung der Charaktere beobachten. Sie lässt ein wunderbar wohliges Gefühl von Nostalgie aufleben – Von Kindheit, vom Spielen im Garten und im Wald und all den kleinen Geheimnissen, die man mit seinen Freunden und Geschwistern vor den Erwachsenen gehütet hat. Es ist sehr malerisch geschrieben und entführt zuverlässig aus der realen Welt. Nicht unbedingt in eine sorglosere Welt der Kindheit, aber sie ist egoistisch genug, um nicht einzusehen, warum man unglücklich sein sollte. Die Gedankengänge und der rote Faden sind einfach und sehr gut nachvollziehbar. Es wird recht schnell deutlich, dass der malerische Stil die Hauptrolle spielt und die Erzählung nicht auf eine aufwendige Struktur angewiesen ist, um zu überzeugen. Es ist eindeutig ein fiktionaler Roman, der auch schon von Kindern gelesen werden kann. Es macht aber Sinn, sich hier an die Empfehlung von zwölf Jahren und älter zu halten. Älter schließt definitiv niemanden aus. Ich bezweifle, dass ich den Tiefgang und die Weisheit dieses Buches vor ein paar Jahren schon zu schätzen gewusst hätte. Es ist aber auch eine gewisse emotionale Reife nötig, um die Naivität, die demonstriert wird und wichtig für die Handlung ist, als solche wahrzunehmen. Am Besten liest man einfach mal rein und macht sich selbst ein Bild, denn ich kann ganz sorglos behaupten, dass es sich um ein kleines literarisches Kunstwerk handelt, nicht per se um ein Kinderbuch und es sich in jedem Fall lohnen würde.

Das Cover ist etwas dunkel und sehr klassisch, eben nach Collins Classics Manier. Dafür, dass es dort als ein Kinderbuch gehandelt wird, ist es aber etwas zu ernst und sieht auf den ersten Blick aus, wie ein Krimicover.

Die Version die ich habe ist die Englische Taschenbuchausgabe aus der Reihe der Collins Classics. Das Buch hat 288 Seiten und eine schöne Taschengröße, Gekostet hat es nicht mehr als fünf Euro, den genauen Preis weiß ich leider nicht mehr.

Material: 8 aus 10

Gestaltung: 6 aus 10

Preis-Leistung: 9 aus 10

Inhalt: 8.5 aus 10

Gesamtnote: 7.9 von 10

Titel: The Secret Garden

Typ: Taschenbuch

Seiten: 288

Verlag: William Collins, Neuauflage 2010

Vom Verlag empfohlenes Alter: 12 und älter

Sprache: Englisch

ISBN-10: 0007351062

ISBN-13: 978-0007351060


Witches walk devious paths.