Our Chemical Hearts

our-chemical-hearts

Jugenbuch auf Englisch, damn fine

von Krystal Sutherland

UGH! So ein gutes Buch!

Our Chemical Hearts  ist ein fiktionales Jugendbuch, das wirklich Spaß gemacht hat. Und das, vorweg, ein sehr gutes Weihnachtsgeschenk sein könnte (auch für Nicht-so-viel-Leser).

Henry Page ist – klassisch in diesem Genre – nicht auf dem Gipfel auf der High School-Popularitäts-Skala zu Hause; und die Umschreibung ist hier nötig, einfach so.Er ist nerdig, geekig, rundum gut erzogen und hat mit dem zerstörerischen Ruf seiner Schwester zu kämpfen, die früher jugendliche Straftäterin und mittlerweile Mutter und hoch studiert ist. Seine besten Freunde wohnen fast schon bei ihm und er bei ihnen, und eigentlich scheint in ihrem letzten Schuljahr alles ganz gut zu laufen. Doch dann taucht der Erzfeind aller nerdigen, geekigen, guten Noten-Schreiber auf: Ein Mädchen. Henrys ganz persönliches Kryptonit heißt Grace Town und ist angebracht seltsam. Sie sieht heruntergekommen aus, läuft mit Stock und hat scheinbar keine Vergangenheit, die sie mit ihrem neuen Umfeld teilen möchte. Sie werden zusammen als neue Chefredakteure ihrer Schulzeitung bestimmt, zusammen in ein kleines Zimmer gezwängt und sollten sich während dieser Zeit eigentlich nicht unbedingt näher kommen (weil, hochreflektierte Jugendliche und was sind Hormone nochmal). Dass das nicht funktioniert, ist zu erahnen.

Wenn das Buch nicht so hochaktuell wäre (übrigens, am besten noch vor der Präsidentschaftswahl in den USA lesen) und sich selbst, das Internet und Jugendbücher mit hochreflektierten Jugendlichen nicht dauernd selbst auf die Schippe nehmen würde, dann hätte das Ganze auch furchtbar schief gehen können. Ist es aber nicht. Respekt und Fleißsternchen, wohlverdient. Es ist ein Jugendbuch und es erfüllt alle Wünsche, die man für es haben kann. Wer John Green ( ja, ich weiß, schon wieder) gerne gelesen hat, mit Catcher in the Rye von Salinger und Eleanor and Park von Rainbow Rowell etwas anfangen kann, der sollte dieses Buch – alleine schon wegen der Pop-culture-Referenzen – unbedingt lesen, sich zu Weihnachten wünschen und eventuell auf eine gute Übersetzung hoffen.

Der Hauptcharakter nimmt sich als Jugendlicher selbst nicht so ernst, aber die Story ist ein herrlicher Egoist, was die Tragweite jeder einzelnen, winzigen Handlung angeht. Und als einigermaßen geübter Jugendromanleser kommt man voll auf seine Kosten. Man wird es aber auch genießen können, wenn man sonst nicht so viel aus dem Genre liest oder nur wenig Ahnung von der Online-Kultur (e.g. Katzenvideos, Memes und den dunklen Seiten von tumblr) hat.

Was nicht gefallen könnte: Die Sprache ist erwachsen und sehr schlagfertig. Passend für einen Jugendroman, der von Jugendlichen gelesen wird. Es wirkt vielleicht nicht zwingend realistisch, aber erfüllt doch ein wenig die Hoffnungen und Träume von Unterhaltungen, die nicht nur aus grammatischen Desastern und schlechten Beleidigungen bestehen. Die Werte des Hauptcharakters, die zu Anfang deutlich hervorgehoben werden, gehen auf dem Weg durch die Story erstaunlich schnell verloren; das hat mich vor allem gestört, weil die demonstrierte Reflektiertheit und die Handlung deshalb nicht immer miteinander in Einklang zu bringen sind.

Ein paar orthographische Fehler, fehlende Wörter und einsame Anführungszeichen sind in der Verkaufsauflage hoffentlich ausgemerzt; zumindest hoffe ich, dass ich nur ein Leseexemplar habe, denn das wäre schon ein bisschen bitter.

Übrigens haben die Fische auf dem Cover tatsächlich eine Bedeutung; wie metaphorisch diese ist, muss man selbst nachlesen. Es ist ein Jugendbuch dieser Zeit und wird ein hoffentlich ein Publikum erreichen, dass es zu schätzen weiß.

Titel: Our Chemical Hearts

Autor: Krystal Sutherland

Verlag: Hot Key Books (Okt. 2016)

Lesealter (vom Verlag empfohlen): 12-16 (älter ist fast besser)

Genre: fiktionales Jugendbuch

Seitenzahl: 313

Preis: 8,99€ (Taschenbuch)

ISBN-10: 1471405834

ISBN-13: 978-1471405839


 Witches walk devious paths.

Advertisements

An abundance of Green-Books

Teil 1: The Fault in our Stars / Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Sie stehen in fast jedem Zimmer und auf fast jedem Buchregal der, vorwiegend weiblichen und jugendlichen, Fangemeinde John Greens. Und kaum ein Buch wurde so sehr verehrt und diskutiert, angehimmelt und auseinandergenommen, wie The Fault in our Stars bzw. Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

the fault in our starsMan kann es niemandem wirklich verübeln, denn die angesprochenen Themen sind nicht gerade die einfachsten und ungefährlichsten. Krebs und Tod in einem Jugendbuch verbunden mit den Abenteuern des Aufwachsens, der ersten Liebe und der Ungewissheit, ob irgendeiner es überhaupt bis zum legal-drinking-age schafft, sind schwere Steine in jeder Erzählung. John Green hätte viel falsch machen können und hat es geschafft, den Krebs nicht in der Vordergrund zu rücken. Das Problem mit dieser Meinung und Aussage ist, dass sie grundsätzlich subjektiv ist. Viele Leser waren der Meinung, dass die, oft tödlichen, Erkrankungen romantisiert wurden und Krebs verherrlichen würden. Ich persönlich kann mir nur schwer ein Buch vorstellen, dass deutlicher aufzeigt, wie limitierend, einschränkend und (pardon) beschissen eine solche akute Krankheit tatsächlich ist, ohne explizit in jedem zweiten Satz zu erwähnen, dass Krebs nicht romantisch und keine schöne Erfahrung ist. Das Buch zeigt, dass neben dem Schicksal, mit dem die Protagonisten umgehen müssen, der Rest des Lebens nicht immer ganz verloren gehen muss, aber trortzdem massiv davon beeinflusst wird. Es ist ein Taschentuch-Buch, weil wenig geschönt wird. Es ist von Zeit zu Zeit sprachlich hochgestochen, was ich in den meisten Dialogen genossen habe, weil es eine fiktionale Geschichte ist und die Fiktion der Intelligenz, die die Charaktere sprachlich darstellen, etwas ist, das zwar nicht wirklich real, aber schön vorzustellen ist. Nur an wenigen Stellen, war das Klischee ein bisschen zu bedient und nicht mehr glaubwürdig.

Ich bin mir nicht sicher, wie ich zu dem Buch stehe. Ich habe starke Meinungen, durfte aber auch viel von den Diskussionen über das Buch mitbekommen. Es ist ein Thema, über das ich bis jetzt noch nicht viel gelesen habe. Es ist nicht einfach sich daran zu wagen und man hätte es vielleicht auch besser machen können. Ich vermute aber, dass es egal wäre, wie die Geschichte um Hazel und August dargestellt würde, es fände sich immer jemand, der ein Problem damit hätte und sich persönlich angegriffen fühlen würde.

Grundsätzlich finde ich es empfehlenswert und in der heutigen non-Fantasy Jugendbuch Landschaft eine Abwechslung, was die Thematik betrifft.

Wie steht ihr zu dem Buch? Habt ihr es gelesen? Was ist eure Meinung zu der Umsetzung und würdet ihr es weiterempfehlen?

Ich bin gespannt auf eure Antworten!


Witches walk devious paths.