Die Buchmesse hat begonnen.

Nach einer langen Fahrt von Konstanz nach Tübingen und dann, in einem süßen, alten Mazda, von Tübingen nach Frankfurt kamen wir Dienstag Mittag auf der Buchmesse an. Aufbau, Toiletten finden und sich ein bisschen umgucken, bevor das Chaos losgehen würde.

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Ironische Toiletten…

Und es ging los. Pünktlich um 9 Uhr morgens strömten Fluten von Fachbesuchern aus der S-Bahn ins Torhaus, durch die Taschenkontrolle und dann, über bunte Teppiche, in die Hallen der Aussteller.

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verhüllte Teppiche am Dienstag

Und bunte Teppiche am Mittwoch

Ausgestattet mit türkisenem Band in den Haaren und am Arm, mit Äpfeln, Birnen und Müsliriegel und diversen Ausweisen schwappte man durch die immer voller werdenden Gänge. Ein bisschen viel auf einmal, vor allem, wenn man zum ersten Mal auf der Buchmesse ist. Es ist ein Paradies, keine Frage, es ist nur sehr viel davon und ich wusste überhaupt nicht wo ich anfangen sollte. Ich glaube aber, dass ich es ganz gut geschafft habe. Ich habe zwei Hände voll Buttons für meine Jeansjacke,

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Buttons!

Unmengen an Postkarten und Lesezeichen und zumindest einmal eine Idee von den verschiedenen Bereichen, die in der Verlagswelt abgedeckt werden müssen. Am aufregendsten scheint es bei den Rechten und Lizenzen zuzugehen. An Tischen voller kleiner Snacks und zwischen Kaffeetassen, direkt an den Gängen oder verborgen hinter Vorhängen werden Geschäfte ausgehandelt, Rechte eingekauft und das Verlagsprogramm mitgestaltet.

Die großen Verlage mit riesigen Ständen sind einfach zu finden und bewerben ihre neusten Bücher, Hörbücher und alles andere, was sie so verkaufen. Aber zwischendrin, manchmal sehr versteckt und in Ständen, die kaum zwei Meter breit sind, findet man Papeterien und Kleinode an Büchern, die das Verlagsprogramm der letzten 30 Jahre wiederspiegeln. Sehr unterschiedlich aber alles sehenswert.

Vier weitere Tage stehen uns noch bevor, Menschen treffen und ein- zwei Programmpunkte abhaken und dann wird sie auch schon wieder vorbei sein. Wahrscheinlich viel zu früh, und das obwohl meine Füße heute schon wehtun.


Witches walk devious paths.

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Welche Genres ich rezensiere

Ich rezensiere fast alles, aber ich habe doch ein paar Präferenzen. Ich werde aber auch sehr geren überrascht und bin nicht festgefahren. Und im Zweifelsfall einfach anfragen!

Abgesehen davon lese ich auf Deutsch, Englisch und Französisch.

Ich habe viel mit Kindern zu tun und lektoriere selber Kinderbücher. Deshalb – und vor allem, weil ich einen Anspruch an sinnvolle Literatur für unsere Erwachsenen der Zukunft habe – rezensiere ich Kinderbücher. Neben sinnvoll, soll diese Lietartur natürlich auch unterhalten, ein bisschen Anspruch haben und schön aussehen. Das sind auch meine Hauptkriterien, wenn es um Kinderbüchern geht. Der Lernfaktor ist ein Bonus.

Sci Fi! Ich liebe Science Fiction, auch die etwas gewagte und sehr spezifische. Ich arbeite mich gerne in Themen ein, wenn es um die biologischen Möglichkeiten, physikalischen Wahrscheinlichkeiten und wissenschaftlichen Phänomene besonderer Art geht. Plansprachen sind mein absolutes Wunschkind und quantenphysische Spekulationen versetzen mich in Thriller Stimmung. Aber man sei gewarnt, zu unerklärbar abwegig darf es nicht werden. Eine Prise Nachvollziehbarkeit, Erfindungsreichtum und fantastische Überzeugungskraft sind die besten Zutaten – wenn ich sie in Maßen genießen darf.

Zu meinen Guilty-Pleasures gehören Biografien. Da darf es auch mal ein Politiker sein. Am aller liebsten lese ich über die Abenteuer des ganz alltäglichen Lebens, oder wie der Alltag ganz unerwartete davongerannt ist und man sich nun wieder auf die Suche nach ihm machen muss. Es kann aber auch schon aufregend genug sein, wenn einfach noch einmal etwas neues angefangen wird und man das Lernen freiwillig und manchmal unfreiwillig wieder zu einem Teil seines Lebens macht.

Von meiner Mama kommt eine kleine Leidenschaft für historische Romane. Ob sie eine fiktionale Geschichte in der Realität meiner Vorfahren ist, oder einen biografischen Zug haben ist mir herzlich egal, nur her damit.

Man soll ja immer vorsichtig sein, mit den Dingen die man sich so wünscht, aber bei manchen Büchern kann man Ausnahmen machen. Dazu gehört High Fantasy. Das ist das Genre, das ich von ganzem Herzen liebe und lebe. Ein großes Kriterium ist dabei immer die Komplexität des Erzählten. Ganz neue Welten zu erschaffen braucht einiges an Platz. Das besondere an diesem Genre ist der Balanceakt zwischen einem zu Viel und zu Wenig an Hintergrundinformation. Wenn auf diesem Grad erfolgreich gelaufen wird und die Erklärungen gut in die Geschichte eingeflochten wurden, dann habe ich schnell nicht mehr viel zu meckern.

Da meine Mama schon dran war, aber nicht die einzige, die in unserem Haus großzügig mit Literatur umgegangen ist, darf mein Papa an die Reihe. Ich habe schon immer sehr gerne Comics und graphic novels (auch ohne Text!) gelesen und angeschaut. Der Aufwand und das besondere Flair von gedruckten Bildern, die alle nacheinander und miteinander Geschichten erzählen, sind ein unvergleichliches, aber immer schon schwieriges Genre.

Aber von meinem Papa kommen auch die Klassiker, die ich heute vor allem in Neuauflagen meinen Freunden unter die Nase halte. Erstens, weil sie meistens wunderschön gebunden sind und zweitens die Zeitlosigkeit der Geschichten und Erzählungen sie erst zu Klassiekern gemacht hat. Man wird Kafka auch in fünfzig Jahren noch lesen und die Aktualität seiner Aufzeichnungen diskutieren, da bin ich mir sicher.

Nach hoher- nun auch die ganz normale Fantasy. Hier wird Erfindungsreichtum groß geschrieben, denn es muss oft mit bereits etablierten Gestalten und Umständen innovativ umgegangen werden oder man muss sich seine Wesen und Welten selbst erfinden.

Aus Erfahrungen aus Verlagen weiß ich, dass Queere Literatur oft sehr sehr gute Literatur ist, aber nur sehr wenig Repräsentation erfährt und ich bin sehr gerne bereit das zu ändern und  zu helfen, ihnen ein größeres Publikum zukommen zu lassen.

Und es dürfen auf keinen Fall Romane, Jugendbücher, Gedichte und andere, besondere kleine Sachen und Genres vergessen werden.

Doch wie ganz zu Beginn schon gesagt, ich lese fast alles und freue mich auch immer, wenn ich etwas neues entdecke.


Witches walk devious paths.