An abundance of Green-Books

Teil 1: The Fault in our Stars / Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Sie stehen in fast jedem Zimmer und auf fast jedem Buchregal der, vorwiegend weiblichen und jugendlichen, Fangemeinde John Greens. Und kaum ein Buch wurde so sehr verehrt und diskutiert, angehimmelt und auseinandergenommen, wie The Fault in our Stars bzw. Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

the fault in our starsMan kann es niemandem wirklich verübeln, denn die angesprochenen Themen sind nicht gerade die einfachsten und ungefährlichsten. Krebs und Tod in einem Jugendbuch verbunden mit den Abenteuern des Aufwachsens, der ersten Liebe und der Ungewissheit, ob irgendeiner es überhaupt bis zum legal-drinking-age schafft, sind schwere Steine in jeder Erzählung. John Green hätte viel falsch machen können und hat es geschafft, den Krebs nicht in der Vordergrund zu rücken. Das Problem mit dieser Meinung und Aussage ist, dass sie grundsätzlich subjektiv ist. Viele Leser waren der Meinung, dass die, oft tödlichen, Erkrankungen romantisiert wurden und Krebs verherrlichen würden. Ich persönlich kann mir nur schwer ein Buch vorstellen, dass deutlicher aufzeigt, wie limitierend, einschränkend und (pardon) beschissen eine solche akute Krankheit tatsächlich ist, ohne explizit in jedem zweiten Satz zu erwähnen, dass Krebs nicht romantisch und keine schöne Erfahrung ist. Das Buch zeigt, dass neben dem Schicksal, mit dem die Protagonisten umgehen müssen, der Rest des Lebens nicht immer ganz verloren gehen muss, aber trortzdem massiv davon beeinflusst wird. Es ist ein Taschentuch-Buch, weil wenig geschönt wird. Es ist von Zeit zu Zeit sprachlich hochgestochen, was ich in den meisten Dialogen genossen habe, weil es eine fiktionale Geschichte ist und die Fiktion der Intelligenz, die die Charaktere sprachlich darstellen, etwas ist, das zwar nicht wirklich real, aber schön vorzustellen ist. Nur an wenigen Stellen, war das Klischee ein bisschen zu bedient und nicht mehr glaubwürdig.

Ich bin mir nicht sicher, wie ich zu dem Buch stehe. Ich habe starke Meinungen, durfte aber auch viel von den Diskussionen über das Buch mitbekommen. Es ist ein Thema, über das ich bis jetzt noch nicht viel gelesen habe. Es ist nicht einfach sich daran zu wagen und man hätte es vielleicht auch besser machen können. Ich vermute aber, dass es egal wäre, wie die Geschichte um Hazel und August dargestellt würde, es fände sich immer jemand, der ein Problem damit hätte und sich persönlich angegriffen fühlen würde.

Grundsätzlich finde ich es empfehlenswert und in der heutigen non-Fantasy Jugendbuch Landschaft eine Abwechslung, was die Thematik betrifft.

Wie steht ihr zu dem Buch? Habt ihr es gelesen? Was ist eure Meinung zu der Umsetzung und würdet ihr es weiterempfehlen?

Ich bin gespannt auf eure Antworten!


Witches walk devious paths.

Advertisements

Lucian-Rezension

lucian

Vom Arena-Verlag-Lucian

von Isabel Abedi

Lucian ist eines meiner Lieblingsbücher. Ich habe es mindestens schon drei Mal gelesen und die Damen in der Bücherei werden bestimmt bald nicht mehr fragen, ob ich es wirklich noch einmal ausleihen möchte. Das Buch ist nicht mehr das jüngste, die erste Auflage erschien schon in 2009, aber es ist ziemlich zeitlos. Ich bin durch Zufall darauf gestoßen und habe es wegen des Covers und dem Klappentext mitgenommen. Da sieht man mal wieder, wie einfach wir zu beeinflussen sind. Aber es stimmt doch, bis zu einem gewissen Grad, dass man ein Buch nach seinem Cover bewerten kann (nicht dass ich nicht auch schon enttäuscht worden wäre…).

Als ich Lucian das erste Mal gelesen habe, war ich begeistert – bin ich heute noch – aber es war vor allem die ungewöhnliche Geschichte und die Art, wie die Fantasy-Elemente eingebaut wurden. Es war anders und das hat mich gefreut, weil es zu der Zeit fast nur Drachen- und Vampir-Romane gab, die sich alle ein bisschen ähnelten.

Rebecca lebt ein Teenager-Leben, wie man es sich träumt. Sie hat ihre eigenen Meinungen, ist aber reflektiert und trifft keine voreiligen Schlüsse. Trotzdem ist sie spontan und ein kleines bisschen verrückt, gerade so viel, dass es sie sehr sympathisch macht. Sie hat ihre erste Beziehung beendet, oder ist die meiste Zeit der Meinung, dass sie sie beendet hat, aber wie das so oft ist, ist das nicht so richtig eindeutig. Sie lebt mit ihrer Mutter und deren Freundin harmonisch zusammen, hat eine beste Freundin und das kleine bisschen Beziehnugsdrama, weil ihr Ex-Freund sie immer noch liebt. Ihr Vater lebt mit seiner Gefährtin in Amerika – normalerweise ab vom Schuss für regelmäßigen Austausch – aber auch das bekommen irgendwie hin. In all dieser Normalität hat Rebecca eines Abends das Gefühl, als würde etwas in ihr zerreißen und es ist ziemlich schnell vorbei mit der Idylle.

Das Schöne ist, dass die Widrigkeiten nicht von dort kommen, wo man ihren Ursprung vermuten würde. Der geheimnisvolle Fremde ist tatsächlich ein geheimnisvoller Fremde – im wahrsten Sinne des Wortes – und wird zu einem besonders interessanten Teil des Romans. Er kann nicht gleich zu Beginn in eine Love-interest-Schublade gesteckt werden und das ist, neben der allgemeinen Unvorhersehbarkeit der Geschichte, mit das Beste an diesem Buch.

Es hat ein-zwei Stellen, durch die man sich ein bisschen durchkämpft, weil man die ruhigeren Passagen gerne überspringen möchte, es ist jedoch zu keinem Zeitpunkt langweilig oder vorhersehbar. Und wenn es doch einmal so sein sollte, dann nur in sehr kleinen Bereichen, die sich kaum auf den Gesamteindruck auswirken. Rebeccas Universum ist klein und kann sehr schnell überblickt werden. Dafür bekommt alles, was in ihm stattfindet, einen besonderen Wert. Manchmal wird dort zwar ein bisschen relativiert, aber es ist, nach dem zweiten Lesen, nicht mehr hundertprozentig realistisch. Trotz, oder gerade wegen der ungewöhnlichen Ereignisse in ihrem Leben, bleibt es so idealisiert, wie es zu Beginn bereits ist. Das Abenteuer gehört dazu und man verbringt das ganze Buch in dem Glauben, dass es erfolgreich überstanden wird (no Spoilers).

Ich empfehle es wärmstens! Und den Ausdruck benutze ich normalerweise nicht. Aber es ist ein Buch, das Erwartungen aufkommen lässt und sie nur wenige Augenblicke später zerschlägt, weil die Dinge nicht so passieren und die Grundidee eine andere ist, als bei den Büchern, die man sonst gerne gelesen hat. Man darf sich in Träumereien verlieren, die Rebecca als Hauptcharakter in ein besonderes Licht rücken, ohne all die üblichen Klischees zu bedienen. Und es ist von vornherein genug normales Leben beschrieben, um das Geschehen und seine Auswirkungen als Leser nachvollziehen zu können.

Das Buch habe ich aus der Bücherei ausgeliehen. Sie haben es dort als Hardcover-Ausgabe, die langsam auseinanderfällt, sich in den vielen Leserhänden aber sehr gut gehalten hat. Lediglich der Buchrücken war schon immer provisorisch und zur Verstärkung geklebt. Für die Tasche ist es fast ein bisschen groß und dick, kommt darauf an, was man sonst noch mitnehemen möchte.

Material: 9 aus 10

Gestaltung: 8 aus 10

Preis-Leistung: 10 aus 10

Inhalt: 8,9 aus 10

Gesamtnote: 9 aus 10

Titel: Lucian

Autor: Isabel Abedi

Typ: Hardcover

Seiten: 480

Verlag: Arena, 2009

Vom Verlag empfohlenes Alter: 12 und älter

Sprache: Deutsch

Preis: Hardcover – 18,99€ / Taschenbuch – 9,99€ / umsonst in der Bücherei 🙂

ISBN-10: 3401062034

ISBN-13: 978-3401062037


Witches walk devious paths.

Meine TBR-Liste diesen Monat

Dieser Monat hat schon nicht mehr all zu viele Tage, aber bis zum Ende habe ich trotzdem noch ein paar Bücher, die gelesen werden möchten. Deshalb sind sie auf meiner TBR – to be read – Liste. Und ganz oben drauf ist das Buch, das ich auch noch genauer vorstellen werde, weil es sich gerade in meiner Tasche befindet: Gulliver’s Reisen; oder besser gesagt, Gulliver’s travels von Jonathan Swift, weil ich es auf Englisch lese. Als Klassiker- Fan habe ich mich schon lange darauf gefreut, es endlich einmal aus dem Regal zu ziehen und zu lesen.

Aus derselben Klasiker-Liebe liegt auch The great Gatsby (Der große Gatsby) von F. Scott Fitzgerald auf Englisch auf meinem Stapel. Ich muss zugeben, dass ich den neuen Film mit Leonardo Di Caprio und Carry Mulligan gesehen und nicht wirklich gemocht habe. Er hätte mit Sicherheit noch schlechter sein können, aber eben auch deutlich besser. Weil das Buch in den USA und Großbritannien aber so viel Aufmerksamkeit bekommt, vor allem auch in den Schulen, wie hier zu Lande Kafka und Dürrenmatt, bin ich mehr als neugierig. Und ich bin natürlich der Hoffnung, dass sich wieder einmal bestätigt, dass das Buch besser ist als der Film.

Ebenfalls auf meiner Liste befindet sich ein Roman von Yoko Tawada. Sie hat dieses Jahr (2016) den Kleist-Preis gewonnen, der ihr noch verliehen wird. Einige ihrer Werke sind auf Deutsch und Japanisch verfasst, aber ich habe mich an ein ganz deutsches Exemplar gehalten, weil mir leider noch ein paar Japanisch-Kenntnisse fehlen. Ich lese deshalb Das nackte Auge, das eine West-Ost Geschichte aus einer anderen Perspektive darstellt. Ich möchte vor allem sehen, was ihr Schreibstil zu bieten hat und ob ihr Einfallsreichtum aus anderen Sphären schöpft, als der deutscher und englischer Autoren. Vielleicht ist das etwas anmaßend und überheblich, aber es ist ein wenig die Vorfreude, dass ich vielleicht etwas lese, das ich noch nie zuvor gelesen habe, was mich dazu bringt, diesen Roman in die Hand zu nehmen – abgesehen davon, dass sie einen sehr renommierten Preis gewonnen hat und das etwas über ihre schriftstellerische Qualität aussagen könnte.

Das vierte und vorerst letzte Buch auf meiner Liste ist der Roman Das letzte Testament der heiligen Schrift von James Frey. Es wurde mir von einer Freundin empfohlen, die ihm gegenüber aber selbst bereits ein wenig kritisch war. Sie hat es mir trotzdem ausgeliehen und ich bin sehr gespannt auf die Ideologie, die wohl einige große und wichtige Fragen der Philosophie und Religion zu erklären versucht. Wer schon einmal von James Frey gehört hat weiß, dass er durchaus umstritten und nicht auf den Mund gefallen ist. Dafür muss aber auch nur er selbst mit dem Endergebnis zufrieden sein. Vielleicht gehe ich deswegen selbst ein klein wenig kritisch an diese Lektüre heran. Aber, um ehrlich zu sein, das kann bei James Frey mit Sicherheit nicht schaden.

Das ist meine TBR-Liste für den Rest des Augusts. Viel Spaß beim Lesen und Recherchieren! Und Rezensionen folgen dann auf jedenFall, sobald ich sie alle durch habe.

CIMG5510CIMG5513


Witches walk devious paths.

 

Meine Skala von 1 bis 10

Meine Bewertungsskala reicht von 1 bis 10. Dabei bewerte ich  das verwendete Material, die Art der Gestaltung, das Preis-Leistungsverhältnis und den Inhalt. Andere Eindrücke und bewertbare Kategorien, die von Buch zu Buch variieren können, fließen in die Gesamtnote mit ein, werden aber sicher nicht unkommentiert bleiben.

Meine Posts und Rezensionen findet ihr hier unten. Viel Spaß!