Buchmesse, Büchereien & Bibliotheken

Als hätte man nicht eh schon viel zu viel um die Ohren, verabschiedet man zusätzlich auch noch Freunde ins Ausland und macht sich bereit für das neue und vielleicht letzte Semester an der Universität.

Einiges bleibt beim Alten aber zwischendrin bin ich mir nicht sicher, ob das in jedem Fall gut ist. Und bei all der Veränderung sind die bekannten Dinge nicht unbedingt die, die einem das Leben einfacher machen.

Ich will nicht alles loslassen, was sich anbieten würde – und schon seit einiger Zeit an der Tür sitzt und rausgelassen werden möchte. Trotzdem drängt es mich, lauter neue Sachen zu beginnen und mich durch die Krustelkiste der Weltgeschichte und ihrer Möglichkeiten zu kramen – und alles in meinen Armen zu halten und immer noch ein bisschen fester an meine Brust zu drücken, in der Hoffnung, dass noch ein paar Menschen und ein zwei Erlebnisse mehr darin Platz finden. Und dann merke ich ein ums andere Mal, dass da noch Menschen bei mir sind, die da gar nicht mehr sein möchten.

Ich vergesse Vieles sobald es mir gesagt wurde; wo wir hingehen, was wir machen, warum wir nicht mit dem Zug fahren – aber Menschen vergesse ich nicht so oft (ab und zu schon, das tut mir leid). Und ich freue mich über alle, die ich kennenlernen und gerne haben darf. Machmal ist es unumgänglich, dass man vergessen wird, dass man vergisst – keinen Platz mehr in der Lebensplanung der anderen hat. Und manchmal ist es unumgänglich, dass man sich wieder an Jemanden erinnert, dass sich jemand an mich erinnert – fünf Jahre später wieder ein neues Lebensmodell und dann passen manche alten Freunde neu und nie weggewesen wieder dazu.

“Sich nicht aus den Augen verlieren.” Kontakt halten. Das können Karten zu Weihnachten sein, zum Geburtstag, oder ein Anruf mitten in der Nacht, der alle ein-zwei Jahre ein “Na, was geht bei dir so?” in die Dunkelheit fallen lässt.

Manche wissen nicht, wie wichtig sie tatsächlich füreinander waren, wenn man sich auch nur wenige Male gesehen hat – aber ganz sicher ist, dass nach zehn Jahren immer noch ein Gästebett für sie da ist und man stillschweigend miteinander frühstückt, mit Blick auf regnerische Wanderziele, jeder mit der Arbeit schon wieder im Hinterkopf, auf dem Schoß, aber auf jeden Fall noch immer Zeit für einen Kaffee, auf dass er die nächsten zehn Jahre wieder reiche.

Kehrt ein und auf hinaus in euer Abenteuer. Baut euch Kastanienbetten und Familien. Und wenn ihr euch erinnert, lasst ein “Lebe noch.” in meinen Briefkasten fallen oder schickt es durch die Nacht, wenn ich tief schlafe. Ich muss auch gar nicht wissen woher es kommt, ein bisschen weniger Sorge, ein Nachmittag, als hunderte Geschichten auf meinem Fußabstreifer standen und am Abend – ganz erzählt – schon wieder weiterwanderten.


Witches walk devious paths!

 

 

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