„Mozart – die Omnipräsenz des Komponisten langweilte mich.“

Eine wunderbare Herangehensweise. Nicht von dem ausgehen, was schon da ist, sondern dem, was nicht da ist.

brasch & buch

Mozart-Kloepfer

Es ist immer faszinierend, zu erfahren, wie sich der Zeitgeist von Epoche zu Epoche so radikal ändern kann. Bis zur Zeit Mozarts war die Bedeutung des Librettisten einer Oper an höchster Stelle:

„Die Zauberflöte war seinerzeit nicht Mozarts, sondern des Librettisten Emanuel Schikaneders Werk. Nahezu unlesbar findet sich unten auf den Plakaten ihrer Ankündigung der Hinweis auf den Komponisten.“

Das schreibt Inge Kloepfer in ihrem neuen Buch „Die Angst, das Risiko und die Liebe, Momente mit Mozart“, das sie mit dem Dirigenten und Komponisten Omer Meir Wellber geschrieben hat. Das Buch von knapp 130 Seiten erzählt die persönliche Geschichte der Mozart-Erweckung des Dirigenten und ist zudem eine mitreißende Hommage an eine historische Zusammenarbeit zweier kongenialer Köpfe, Mozart und der Librettist Lorenzo Da Ponte, die den Wandel der Rezeptionsgeschichte der Oper einläutete. Einstimmend mit den Autoren beendet man das Buch mit großem Bedauern, dass die geniale Kooperative „nur“ drei Werke…

View original post 621 more words

Overthinking – Überdenken—

Wäre das Youtube 2009, dann wäre das hier eine Videoantwort, aber

  1. es ist 2017 ( Gott, bin ich alt )

und

      2. das hier ist nicht Youtube.

Obwohl ich gestehen muss, dass es mich reizt; mein fehlendes Equipment und mein Perfektionismus sind immer noch die besten Ausreden, um es vorerst bei den paar erbärmlichen Videoversuchen zu belassen, die ich bis heute fabriziert und leider immer noch nicht privatisiert habe. Aber das ist ab vom Thema.

Zurück zur Antwort auf den Proust-Fragebogen von Zeilenendes Sammelsurium.

Was mich am meisten nachdenken lässt – wahrscheinlich gar nicht intendiert und am Punkt vorbei, aber danke für die vielen Gedanken – sind die Dinge über welche nicht gesprochen wird. Das hier ist nicht überdacht, es ist übergedacht – exzessiv, aber nicht konstruktiv, weder als Gedanke noch als Dach konstruktiv. Ein bisschen abstrakte Baukunst, wenn man so will. (Hatte ich schon einmal erwähnt, dass es mich wahnsinnig nervt, dass der Bindestrich im WordPress Dokument nicht automatisch zum Gedankenstrich wird? Wenn nicht wird es zu einem wiederkehrenden Thema werden, versprochen!)

Ich kenne diese Themen vor allem aus Buzzfeed-Thanksgiving-Verhaltenslisten, die das Aufeinandertreffen von Familie, die sich sonst aus guten Gründen aus dem Weg geht, etwas weniger destruktiv zu gestalten. Sie sind sucherfreundlich betitelt!:

How to survive thanksgiving / 10 topics to avoid at the dinner table / how not to trigger your cousins anorexic suicide /…

(Übrigens, es ist mir recht egal und eine große Freude Interpunktionszeichen zu kombinieren; nur falls es irgendwem ein besonderer Dorn im Auge sein sollte…?! Er darf darin stecken bleiben.)

Trotz des Streitpotentials die solche Themen aufweisen (keine Eile, die Liste kommt) oder vielleicht gerade deshalb, sind das Dinge, die ich gerne anspreche. Wenn man am Tisch sitzt und Weihnachtslieder singt zum Beispiel. Wo denn auch sonst? Das ist Familie, die zum diskutieren perfekt ist. Selten kommen so viele Menschen unterschiedlicher Meinungen an einem Ort zusammen und fühlen sich für einen Mindestzeitraum verpflichtet dazubleiben. Dann kann man auch über Geld, Politik, Religion, Psychische Krankheiten und  LGBT+ diskutieren, sinnieren und Erbschaften umverteilen.

Dort an diesem Tisch klärt sich die Frage nach dem Geld – (ahhhh!) wenn auch manchmal extremisiert und unverhältnismäßig kritisiert – das eigene Verhältnis zum Geltungsbedürfnis wird im Zusammenhang damit postuliert – denn wenn man schon Geld hat, warum nicht auch gleich bekannt und einflussreich, oder doch lieber unbekannt und einflussreich? – Oder vielleicht doch einfach nur unbemerkt wohlhabend? – und der Wunsch, dass das Denken der anderen Menschen verständlich erscheint. Denn was ich verstehe, sind die Dinge, die ich kenne. Gedankengänge, die ich kenne, weil sie so sind, wie die meinen.

Mein großer Wunsch vom Glück ist, die Muße und die Geduld Zeit aufzuwenden, um mir die Dinge anzusehen, die ich nicht verstehe. Mir die Zeit nehmen zu können, es nicht bei Schubladen zu belassen, sondern sie mir furchtbar klischeehaft und idealistisch komplex werden zu lassen.

Nur ein Gedanke zum Gedanken; da wurde etwas angestoßen. Danke dafür 🙂


Witches walk devious paths.

Listen.

»

Musik hören – Mogwai “May nothing but happiness come through your door”

Ich habe extra den Flur aufgeräumt.

Das Musikvideo sieht aus, wie der visualisierte Geschmack aus Ratatouille; Musik hat manchmal Farbe.  Und manchmal sind da Worte in meinem Kopf, die ich nicht gesagt habe. “Guten Morgen.”

Ich höre zu, wenn ich nicht zuhören sollte. Ich höre Worte und werde angelockt, davongetragen und sauge sie auf, mit lauschenden Zungen. Bevor ich aussteige drehe ich mich um, um sie mir anzusehen, die sprechenden Lippen und Backen. So viele Köpfe, so viel zu sagen, so oft das gleiche.

Kinder – eine schmerzvoll kuzweilige Freude. “Das ist mein Stein.” nacheinander gemalte Buchstaben, ernsthaft und wichtig. Das ist er, und er ist wunderbar dreckig.

Listen. Eine Doctor Who Episode. Manchmal sind da Worte, die nicht da sein sollten. “Abendgebete.”

Bärtige Backen.

Habe ich sie gelesen? Habe ich sie verstanden? Hab ich denn überhaupt zugehört?

“Gute Nacht.”

Ich vermisse sie, wenn sie nicht da sind.

“Gute Nacht.”

«

Witches walk devious paths.

 


Mogwai – May nothing but happiness come through your door