Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel

Obwohl ich nicht mit dem Weihnachtsmann aufgewachsen bin, habe ich dieses Buch und sein singuläres Rentier doch sehr lieb gewonnen.

Der Weihnachtsmann ist nicht ganz so edel und flickenlos, wie Coca Cola es des öfteren scheinen lässt. Dafür ist er aber sehr viel jünger, nahbarer und angebracht nachdenklich für jemanden, der mit Kindern zu tun hat. Und natürlich gibt es einen Bösewicht, der keinen Schnee mag und dem Weihnachtsmänner, die nicht in Silberfolie eingepackt sind ein Dorn im Auge sind. Aber dass er ihnen so grausame einfolierte Enden bereitet, macht ihn ein bisschen gruseliger, als ein einfacher Weihnachtsverweigerer.

Es ist keine Geschichte von einem Weihnachtsmann, wie man ihn generell kennt, aber es ist einer, den man ganz besonders gerne hat. Er ist genauso verzweifelt, wie die Kinder, die an ihn glauben, deren Eltern die Feiertage aber lieber am Strand verbringen möchten. Er ist genauso schusselig und verliert sein Hab und Gut, wenn er es nicht mit Marzipan überreden kann an Ort und Stelle zu bleiben. Und seine Helfer sind leidenschaftlich griesgrämig, eigensinnig, und die besten Handwerker und zuverlässigsten Retter und Schnarcher, die man sich an einem kalten Winterabend wünschen kann.

Es ist ein wunderbares Buch zum Vorlesen und am frühen Abend unter der Decke entziffern. Aber man sollte sich bewusst sein, dass man sich schon vor dem Lesen eine heiße Schokolade neben Sessel/Sofa/Bett stellen sollte, weil man sonst zwischen drin noch einmal aufstehen muss.

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel von Cornelia Funke


Witches walk devious paths.

Winter, Tee und Weihnachtsbücher

Das Schöne am Winter und der Mitte des Semesters ist der heiße Tee und der heiße Kaffee. Es ist schon schwierig genug alles für die Uni zu lesen, da kann es auch mal eine Weile dauern, bis ich es durch ein Buch geschafft habe. Und gegen die Frustration über ungelesene Bücher, die sich neben meinem Bett stapeln, helfen heiße Tassen, die die beruhigende Wärme von anderen Lebewesen simulieren. Immerhin habe ich es schon einmal auf den Weihnachtsmarkt geschafft, weil ich durch ihn durchlaufen musste, als ich zum Einkaufen gegangen bin.

Wunderschöne Weihnachtsbücher, die ich gelesen habe, sind vor allem Kinderbücher. Aber oder eher deshalb sie sind in meinen Weihnachtserinnerungen besondere kleine Schneeflocken (…)

 

Hinter verzauberten Fenstern von Cornelia Funke ist eines davon. Die Magie von Adventskalendern ist eine, die 24 Tage lang jeden Tag einen kurzen Moment lang dauert. Nur bei Julia dauert sie ein bisschen länger. Eigentlich gefällt er ihr gar nicht, ganz ohne Schokolade und so seltsam unweihnachtlich. Nicht einmal hinter den geöffneten Fenstern wird es besser. Leere, heruntergekommene Zimmer und alles sieht ein wenig nach Rümplekammer aus. Nur bleibt nicht alles so, wie es zuerst ist; Dinge verschwinden und andere tauchen auf und dann steht Julia selber im Fenster und sieht hinaus in ihr Zimmer. Immerhin ist das Kalenderhaus nicht unbewohnt, aber wo Bewohner sind gibt es auch Schwierigkeiten und eine der größten wird es sein, Julias kleinen Bruder Olli aus ihrem Zimmer draußen zu halten und dann ein paar neue Freunde vor ihrem Ende zu bewahren.

Ein bisschen Advents- und Weihnachtsfreude, ein klein wenig Träumen und ganz neues Wertschätzen von den ungewöhnlichen Dingen. Das verspricht das Buch und liefert es auch. Es ist zwar nicht mehr ganz das Jüngste, aber das tut ihm nichts ab. Und natürlich sind die unerwarteten Charaktere die liebenswerte Weihnachtsliebhaber, an die man sich noch lange erinnert.

Advent!


Witches walk devious paths!