Der geheime Garten-Rezension

der geheime garten

Englische Version aus der Reihe der Collins Classics-The Secret Garden

von Frances Hodgson Burnett

Das Buch das ich unbedingt als erstes rezensieren möchte, ist Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett. Das Buch liegt mir sehr am Herzen und noch viel mehr, seit ich es vor kurzem wieder entdeckt habe und es mir sehr viel Spaß gemacht hat es zu lesen.

Ich stoße nicht oft auf Bücher, die einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, aber von Zeit zu Zeit stolpere ich über einen kleinen Schatz. Ich gebe zu, es sind oft Kinderbücher, aber nicht immer. Viele von ihnen habe ich auch schon einmal zuvor gelesen, oder in einer anderen Form, zum Beispiel als Hörspiel oder als Film genossen. Aber es ist immer Raum für neue, besonders gute Bücher.

Ich glaube mich zu erinnern, dass ich den geheimen Garten als Kind schon einmal als Film gesehen habe. Ich weiß auch, dass ich das Buch auf deutsch von Freunden ausgeliehen hatte und nie zum Lesen kam. Also habe ich es mir gekauft, als ich 2012 nach dem Abi mit einer Freundin nach Dublin geflogen bin. Und vor einer Woche habe ich es dann auch gelesen – auf Englisch.

Mary Lennox hat ihr Leben lang in Indien gelebt und wurde dort von der Dienerschaft ihrer Eltern versorgt. Nachdem beinahe alle, einschließlich ihrer Eltern von der Cholera hinweggerafft wurden, wird sie nach England zu ihrem Onkel gebracht, der in einem sehr großen und sehr einsamen Haus lebt. Ihre unangenehme Art stößt in der neuen Umgebung erstmals auf Widerstand und sie sieht sich gezwungen andere Wege einzuschlagen, um mit den Bediensteten umzugehen. Die Freundschaft zu Dickon, dem kleinen Bruder einer Angestellten, lässt sie die Welt noch einmal neu entdecken und zum ersten Mal die Luft der Kindheit schnuppern. Doch es verändert sich alles, was sie bis dorthin zu wissen glaubt, als ein Rotkehlchen ihr das Versteck eines Schlüssels offenbart und die Erzählungen des Gärtners Ben Weatherstaff in ihren Händen zum Leben erwachen.

Das Buch fängt ein kleines Bisschen träge an, kommt aber schnell in Fahrt. Es ist, trotz des etwas schwierigen Anfangs zu keinem Zeitpunkt langweilig. Das Tempo der aufeinanderfolgenden Geschehen ist gut aufeinander abgestimmt und lässt einen, ohne Hektik, zügig durch die Erzählung schreiten. Die Erzählung selbst ist kurios und macht sehr neugierig. Wenn man noch nicht weiß, wie es ausgeht, kann man es sich zwar schon recht bald denken, möchte es aber unbedingt selbst lesen und die Entwicklung der Charaktere beobachten. Sie lässt ein wunderbar wohliges Gefühl von Nostalgie aufleben – Von Kindheit, vom Spielen im Garten und im Wald und all den kleinen Geheimnissen, die man mit seinen Freunden und Geschwistern vor den Erwachsenen gehütet hat. Es ist sehr malerisch geschrieben und entführt zuverlässig aus der realen Welt. Nicht unbedingt in eine sorglosere Welt der Kindheit, aber sie ist egoistisch genug, um nicht einzusehen, warum man unglücklich sein sollte. Die Gedankengänge und der rote Faden sind einfach und sehr gut nachvollziehbar. Es wird recht schnell deutlich, dass der malerische Stil die Hauptrolle spielt und die Erzählung nicht auf eine aufwendige Struktur angewiesen ist, um zu überzeugen. Es ist eindeutig ein fiktionaler Roman, der auch schon von Kindern gelesen werden kann. Es macht aber Sinn, sich hier an die Empfehlung von zwölf Jahren und älter zu halten. Älter schließt definitiv niemanden aus. Ich bezweifle, dass ich den Tiefgang und die Weisheit dieses Buches vor ein paar Jahren schon zu schätzen gewusst hätte. Es ist aber auch eine gewisse emotionale Reife nötig, um die Naivität, die demonstriert wird und wichtig für die Handlung ist, als solche wahrzunehmen. Am Besten liest man einfach mal rein und macht sich selbst ein Bild, denn ich kann ganz sorglos behaupten, dass es sich um ein kleines literarisches Kunstwerk handelt, nicht per se um ein Kinderbuch und es sich in jedem Fall lohnen würde.

Das Cover ist etwas dunkel und sehr klassisch, eben nach Collins Classics Manier. Dafür, dass es dort als ein Kinderbuch gehandelt wird, ist es aber etwas zu ernst und sieht auf den ersten Blick aus, wie ein Krimicover.

Die Version die ich habe ist die Englische Taschenbuchausgabe aus der Reihe der Collins Classics. Das Buch hat 288 Seiten und eine schöne Taschengröße, Gekostet hat es nicht mehr als fünf Euro, den genauen Preis weiß ich leider nicht mehr.

Material: 8 aus 10

Gestaltung: 6 aus 10

Preis-Leistung: 9 aus 10

Inhalt: 8.5 aus 10

Gesamtnote: 7.9 von 10

Titel: The Secret Garden

Typ: Taschenbuch

Seiten: 288

Verlag: William Collins, Neuauflage 2010

Vom Verlag empfohlenes Alter: 12 und älter

Sprache: Englisch

ISBN-10: 0007351062

ISBN-13: 978-0007351060


Witches walk devious paths.

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2 thoughts on “Der geheime Garten-Rezension

  1. Hey Ronja,

    ich finde die Rezension wirklich gut gelungen. Aber auch allgemein gefällt mir dein Blog wirklich sehr gut. Da blieb mir gar nichts anderes übrig als dir zu folgen 😀 Ich hoffe du schaffst dein Masterstudium und alles was du dir vorgenommen hast, ich drück dir die Daumen!

    Ich würde mich freuen, wenn du dich mal bei mir auf dem Blog verirrst und einen kritischen Kommentar abgibst 🙂

    Liebe Grüße
    Der Captain

    https://captainbooksweb.wordpress.com/

    Liked by 1 person

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